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Bis
heute unbekannt sind Datum und Autoren dieser denkwürdigen
Zeichen einer verlorenen Kultur. Unerforschte Spuren früher
Besiedlung sind jedoch entlang der ganzen Westküste Afrikas,
auf den Kanarischen Inseln sowie weit ins Landesinnere
entlang der brasilianischen Nordküste bekannt.
Cabo Verde verdankt seine Entdeckung den Unternehmungen von
Heinrich, dem Seefahrer (geb. 1394, Porto, † 13.11.1460,
Sagres). Der portugiesische Aristokrat Infante Dom
Afonso Henrique war Begründer des in der Mitte des 15.
Jahrhunderts an der Universität von Lissabon eingerichteten
Lehrstuhl für Astronavigation und Kartographie, an welchem
erste Ansätze zur Sternennavigation und neue Methoden der
Kartographie entwickelt wurden. Frühe Expeditionen verliefen
zunächst der nordafrikanischen Küste entlang (Ceuta, 1415),
später nach Madeira (1419), den Azoren (1427). 1434 wurde
Kap Bojador umschifft (heutiges Mauretanien). Ab 1441
dehnten sich seine Reisen entlang der westafrikanischen
Küste bis in den Golf von Guinea hinaus.
Wie beim manchem Ort der damaligen Zeit beruht auch Cabo
Verdes Entdeckung auf einem Zufall. Der italienische
Seefahrer Aloisio Cadamosto, unterwegs für den
Prinzen Heinrich, ankerte 1456 vor der Insel Boa Vista. Ein
Sturm hatte sein Schiff von der Küste Senegals ins offene
Meer getrieben, Persönlich berichtete er dem Prinzen von der
Entdeckung jener wüstenhaften Insel, die in keiner Karte
verzeichnet war. Henrique betraute zur weiteren Aufklärung
den italienischen Kapitän António da Noli mit der
Erforschung der Insel westlich des Kap Cabo Verdes
beim heutigen Dakar. Die Inseln Sal, Boavista, Maio,
Santiago, Fogo und Brava wurden von Da Noli erkundet. Als
dieser jedoch nach seiner Rückkehr seinem Auftraggeber über
seine Erfolge berichten wollte, war Prinz Heinrich bereits
gestorben.
So entdeckten auf der halben Strecke zwischen Europa und
Brasilien die Seefahrer Henriques die Kapverdischen Inseln.
Es war die Zeit der grossen geographischen Entdeckungen, man
schrieb das Jahr 1460.
Zwei Jahre später wurden die Inseln bevölkert und es
entstand ein Mestizenvolk, das sich wie der Name sagt, aus
verschiedenen Rassen und Kulturen bildete. Freie Europäer
und Sklaven der afrikanischen Küste haben sich zu einem
einzigen Volk vermischt, eine eigene Kultur und eine
eigentümliche Lebensweise entwickelt, deren Ergebnis ein
Dialekt war, den wir heute Kreolisch nennen - die Sprache
dieser neuen Nation. Der Cabo-Verdianer entwickelte seine
eigene Identität, und die kreolische Sprache passte in ihrer
Art genau zu diesem Mestizenvolk. 80% dieser Bevölkerung
besteht aus Mestizen, 17% sind Schwarze und die restlichen
3% sind Weisse.
Man nutzte die ausserordentlich günstige geographische
Lage aus und nahm Cabo Verde als Zwischenstation für
Versorgungseinkäufe und Verkäufe für die langen Reiserouten
zwischen Afrika, Amerika und Indien. Zu dieser Zeit wuchs
Cabo Verde auch als wichtiger Umschlagplatz für
Sklavenhändler heran. Langsam entwickelte sich die
eigentliche Identität von Cabo Verde, die sich nach langen
Freiheitskämpfen im Jahre 1975, genau gesagt am 5. Juli,
durch die Unabhängigkeit ausdrückte. Am 13. Januar 1991
entstand ein endgültiges Mehrparteien-Regime mit allen
Institutionen einer modernen Demokratie. Aufgrund der
fehlenden natürlichen Bodenschätze in diesem Land haben viel
Cabo-Verdianer auswandern müssen, um in anderen Ländern ihr
Glück zu versuchen. Allerdings fühlen sich alle Auswanderer
immer noch sehr mit ihrem Mutterland verbunden, das kommt
besonders zur Sommerzeit und am Jahresende zum Ausdruck,
wenn sie in ihr Heimatland für einen Besuch zurückkehren.
Heute stell Cabo Verde ein Land dar, das Stabilität,
Sicherheit und sozialen Frieden ausstrahlt. Es besteht ein
grosser Unterschied gegenüber dem afrikanischen Kontinent,
d.h. Gesundheits- und Erziehungswesen sowie Lebensqualität
haben einen hohen Stellenwert und lassen Cabo Verde für
Afrika an vierter Stelle erscheinen.
Über die Jahrhunderte weg
ist eine Fülle von Geschichtsbüchern über die Kapverdischen
Inseln geschrieben worden - naturgemäss die meisten in
Portugal und auf Portugiesisch. Wer sich wissenschaftlich
mit historischen Themen der Kapverdischen Inseln im
Besondern und den Inseln des Atlantiks im Allgemeinen
befassen will, findet hier eine Sammlung an Links, die
allerdings hochstehende Kenntnisse in Portugiesisch,
Spanisch oder Englisch voraussetzen:
• Centro de Estudos História Atlântico
• História das Ilhas Atlânticas
•
Marine-Museum in Lissabon
• Infante D. Henrique
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